News

Chirurgisches Training ACQUA Klinik

Modernes chirurgisches Training kommt aus Leipzig: IRDC-Trainingskurse begehen fünfjähriges Jubiläum

20.01.2014

Das IRDC in Leipzig ist eine deutschlandweit einmalige Einrichtung. Kliniken, Forschungseinrichtungen und Unternehmen der Medizintechnik entwickeln hier den OP-Saal der nächsten Generation. Die IRDC Academy bietet Trainingskurse für die Chirurgie an, die international nachgefragt sind. In den vergangenen fünf Jahren besuchten mehr als 700 Teilnehmern aus 25 Nationen diese Kurse und blieben dafür zwischen 3 und 5 Tage in der Stadt. In dieser Zeit haben sich Trainingskurse für spezialchirurgische Fächer stark verändert und erinnern heute mehr an Simulatoren, die man sonst beispielsweise aus der Luftfahrt kennt.  

Künstliche Trainingsmodelle

Ein großer Fortschritt ist v.a. bei den Modellen erreicht, an denen operiert wird. „Wir haben heute komplett künstliche Trainingssysteme für Hals, Nase und Ohr im Einsatz. Selbst Millimeter-Strukturen wie die Nasennebenhöhlen oder Gehörknöchelchen sind dort lebensecht abgebildet. Wichtige Effekte wie Blutungen oder krankhafte Veränderungen können von uns simuliert werden.“ erläutert Iris Gollnick, die als Centre Managerin des IRDC auch für die Trainingskurse verantwortlich ist. Diese sogenannten Phantome können auch im echten OP eingesetzt werden, wo für den Operateur schnell der Eindruck einer „realen Operation“ entsteht. Dabei ist der Aufwand im Vergleich zu bisher eingesetzten anatomischen Präparaten deutlich kleiner und die Möglichkeit, kritische Situationen zu simulieren ist besser. Hersteller der Modelle und enger Partner des IRDC ist übrigens ein weiteres erfolgreiches Leipziger Unternehmen. Die Phacon GmbH, die vor 7 Jahren als Ausgründung des ICCAS an der Leipziger Universität entstand, ist seitdem ein enger Partner des IRDC bei der Entwicklung der Systeme. Inzwischen sind diese in vielen Ländern der Welt im Vertrieb.

Training auf Technik und gesamte chirurgische Crew erweitert

Die Crew eines OP-Saals muss in Zukunft jedoch mehr beherrschen, als „nur“ gut zu operieren. Heute spielt im chirurgischen Cockpit v.a. Software eine immer größere Rolle. „Phasenweise übernimmt heute ein Navigationscomputer die Orientierung, der Operateur wechselt dabei in eine Kontrollfunktion.“ erklärt Prof. Dr. Gero Strauss, der als HNO-Chirurg die Trainingskurse seit 2009 begleitet. „Wir trainieren deshalb im Simulator auch immer wieder gezielt Fehler und Ausfälle dieser - eigentlich sehr zuverlässigen - Systeme, um im Fall eines Falles darauf vorbereitet zu sein, auch ohne Instrumentennavigation sicher ans Ziel zu kommen.“ Außerdem ist die Zielgruppe von OP-Simulationen größer geworden. „Wir bieten heute Module für OP-Schwestern, Anästhesisten und OP-Manager an. Fehlervermeidung und bessere Abläufe können nur noch im Zusammenspiel aller Beteiligter erreicht werden.“, so Gollnick.

Miteinander richtig reden

An dieser Stelle kommt ein weiteres Trainingsfeld ins Spiel. Kommunikation im Cockpit, Verantwortlichkeiten und die damit verbundene Fehlerkultur sind die Motivation für weitere Module, die heute angehenden Chirurgen beigebracht werden. Hier hat die Chirurgie einiges nachzuholen, ist sich Strauss sicher. „Fehler zu erkennen, zuzugeben und daraus die richtigen Konsequenzen zu ziehen, ist nicht immer einfach. Der Vorteil einer größeren Patientensicherheit rechtfertigt den Aufwand aber in jedem Fall“. Gemeinsam mit dem Unternehmen Surgical Process Institute (SPI), mit Unterstützung aus der Luftfahrt (Lufthansa) und Psychologie (TU Berlin) setzt das IRDC diese Philosophie um. Hans-Ulrich Baier, ehemaliger Ausbildungspilot der Deutschen Lufthansa leitet diese spezielle Form der Trainings.

Premiere gelungen

Mit 20 Teilnehmern u.a. aus Ägypten, der Türkei, Polen, Deutschland, Saudi-Arabien, der Schweiz war auch der erste Kurs im erneuerten Format vom 20. bis 22. Januar 2014 ein großer Erfolg. „V.a. unseren Instruktoren ist es zu verdanken, dass unsere Kurse so gut besucht sind und eine einmalige Atmosphäre herrscht. Die Bewertung der Teilnehmer und Instruktoren zeigt, dass alle Beteiligte von diesen Trainings profitieren“, zieht Iris Gollnick Bilanz.

zurück zur Übersicht