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Cochlea Implantate, Roboter, Navigation und Stammzellen für besseres Hören - Internationaler Workshop in Leipzig weist in die Zukunft der Ohrchirurgie

02.10.2017

Teilnehmer aus Saudi Arabien, Irak, Russland, Griechenland, Schweiz, Rumänien, Äthiopien, Libanon und Deutschland tauschen sich derzeit an der Leipziger ACQUA Klinik die Neuheiten über die Behandlung von Ohrerkrankungen und Schwerhörigkeit aus. „Steigende Patientenzahlen, höhere Ansprüche an Sicherheit und Qualität sowie Kostenkontrolle erfordern den Einzug neuer Technologien in den OP-Saal “, so Prof. Gero Strauss, Leiter des inzwischen überregional anerkannten Zentrums für Nase und Ohren.

Weltweit erstmals ist beispielsweise in diesem Jahr in der Schweiz ein Roboter in der Lage, den Zugang zum Innenohr über einen winzigen Kanal teilautonom zu fräsen. Dr. Mantokoudis vom Inselspital Bern präsentierte in Leipzig die allerersten Ergebnisse dieser Innovation, die den HNO-Chirurgen phasenweise zum Zuschauer des Roboters macht.

Die Chirurgen an der ACQUA Klinik haben ein ähnliches Konzept im Einsatz, bei dem die Fräse durch Sensoren vor Erreichen des Gesichtsnervs kontrolliert abgeschaltet wird. „Der Einzug von smart-robotics in den OP-Saal hat das Ziel, die Eingriffe sicherer und einfacher zu machen. Manchmal ist es dazu erforderlich, die Rolle des Chirurgen auf das Notwendige zu begrenzen und das Team vom Computer unterstützen zu lassen.“, so Strauss weiter. Besonders anspruchsvoll sind die Einsatzgebiete allein deshalb, weil die Dimensionen unvorstellbar klein sind. Oftmals liegt weniger als 2 mm zwischen dem Instrument und dem Gesichts- oder Hörnerv, die eingesetzten Implantate sind weniger als einen halben Millimeter dünn und können trotzdem 20 Elektroden in der Hörschnecke an Ort und Stelle bringen.

Vielbeachtet waren auch Anwendungen von Regenerationsfaktoren und Stammzellen zur Re-Aktivierung des Innenohres. „Vielleicht gelingt es der HNO-Medizin in Zukunft, elektronische Implantate mit den biologischen Möglichkeiten der Zellerneuerung zu kombinieren und so die Schwerhörigkeit wirksamer zu behandeln“, hofft Pia Schmitz, die als Biologin das Team der ACQUA Klinik vervollständigt.

Die Mischung aus Diskussionen unter Top-Spezialisten, Live-Operationen aus den OP-Sälen der ACQUA Klinik und dem weltweit einzigen virtuellen Simulator für Ohrchirurgie begeisterte auch im siebenten Jahr des Bestehens alle Teilnehmer. „Ein besonderes Umfeld bietet außerdem immer wieder unsere Stadt. Unsere Gäste aus allen Kontinenten staunen neben der Schönheit der Architektur über die Offenheit und das Interesse der Menschen“ zieht Vivian Gess, Leiterin des Trainingszentrum IRDC positiv Bilanz. Übrigens haben die Aktivitäten der ACQUA Klinik mit Phacon (Simulatoren), SPI (Assistenzsysteme) und HCP (Regenerationsmedizin) bereits zu drei Firmengründungen in Leipzig geführt, die inzwischen von hier aus international erfolgreich tätig sind.

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